Sommer 2/2004
SEKA – das kommt von Seminarna KucA, Seminarhaus. Und von serbokroatisch „seka“, was „geliebte Schwester/Freundin“ bedeutet. 1997 machten Gabriele Müller und Mirjana Bilan das Unmögliche möglich: Mit der Hilfe vieler Unterstützerinnen und Unterstützer eröffneten sie ein Erholungs-, Therapie- und Bildungszentrum für Frauen und Kinder aus Ex-Jugoslawien: SEKA.
Auf der Adriainsel Bra? nahe Split in Kroatien fanden sie ein geeignetes Haus, das Platz für zwanzig Personen bietet.
In diesem Haus fanden seitdem mehr als 1200 Frauen und Kinder, die Gewalt im Krieg oder andere Formen von Gewalt überlebt haben, Zuwendung, Unterstützung, Erholung, therapeutische Hilfe – und sie fanden einander.
Aus dem SEKA-Gästebuch:
Zdravka schreibt: „Ist es die Möglichkeit, dass eine Gruppe von Frauen und Kindern aus drei unterschiedlichen nationalen Gemeinschaften, zwischen denen es „bis gestern“ keinerlei Kommunikation gab, 14 Tage gemeinsam verbringen, Unternehmungen machen, reden, lachen und sich verstehen – wie eine vollkommen homogene und zusammengehörige Gruppe? Ja, das ist möglich! Es ist möglich und hat sich verwirklicht in Ku?a SEKA.....“
Neben den therapeutisch begleiteten Erholungsaufenthalten für Frauen und Kinder ist die Unterstützung und Fortbildung für Aktivistinnen und Mitarbeiterinnen von Hilfsprojekten ein weiterer Schwerpunkt der SEKA-Arbeit. Denn unter extrem schwierigen Bedingungen leisten diese Frauen seit vielen Jahren in den Städten und Dörfern Ex-Jugoslawiens bitter notwendige psychosoziale Betreuung und Beratung zum Teil schwerst traumatisierter Menschen.
Das Besondere an SEKA ist die Verbindung von therapeutischer Hilfe mit Friedens- und Versöhnungsarbeit, mit der Unterstützung des Demokratisierungsprozesses und nicht zuletzt mit dem Kampf für Frauen- und Menschenrechte.
Träger von SEKA ist ein Zusammenschluss von vier kroatischen Frauengruppen und dem Verein SEKA Hamburg e. V., der sich maßgeblich um die Projektfinanzierung kümmert. Schirmherrin des Projekts ist die Hamburger Bischöfin Maria Jepsen.
SEKA ist als kleines, selbstständiges Projekt ohne einen großen Wohlfahrtsverband im Rücken im Dauerstress, was die finanzielle Absicherung der Arbeit angeht. Die benötigten Mittel von rund 175.000 Euro sammeln die SEKA-Aktivistinnen von Jahr zu Jahr bei Stiftungen und ähnlichen Organisationen und bei vielen privaten Spenderinnen und Spendern ein.
In Wesel hat sich um Anne Kolkmann (Telefon: 0281 – 659 78; E-Mail: kolkmann.wesel@freenet.de) ein SEKA-Unterstützerinnenkreis gebildet, der bei Veranstaltungen mit einem Diavortrag über SEKA informieren kann.
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Edith Sitwell (1887-1964) englische Schriftstellerin